Marktberichte 2011 / 2012
05.02.2012 - Fernblick
11.01.2012 - Leitmetall Kupfer – quo vadis 2012?
07.11.2011 - Alles in Bewegung
27.09.2011 - Der Markt spielt verrückt
29.08.2011 - Was bringt der Herbst 2011?
01.08.2011 - Expertenprognosen
22.07.2011 - Kupfer und die Währungskrise
12.07.2011 - Ende des Goldrausches?
07.06.2011 - Hat der Abstieg schon begonnen?
06.06.2011 - Streik in der Kupfermine
05.05.2011 - Was weiß Glencore was wir nicht wissen?
02.05.2011 - Kupfer heuer um 14% gefallen
05.04.2011 - Kupfer unauffällig auf hohem Niveau
Fernblick
Jedes Jahr im Jänner bittet eine Fachzeitschrift Experten um Preisprognosen bei Metallen. In zwanzig weltweit agierenden Banken befrägt man die Chefanalysten im Rohstoffbereich. Sie zeigen auf, wie sie die Preisentwicklung für die nächsten vier Jahre sehen.
Untenstehend finden Sie Prognosen in US-Dollar pro kg für an der LME gehandelte Neuware für Kupfer, Zink und Aluminium. Es handelt sich dabei um den Durchschnittswert aus allen zwanzig Meinungen. |
Kupfer
Zink
Aluminium
Leitmetall Kupfer – quo vadis 2012?
Wie wird sich der Kupferpreis im neuen Jahr wohl entwickeln? Wer würde da nicht gerne die die Kristallkugel befragen? Die Analysten der Kupferhütten erstellen ihre Prognosen auf Basis von Hintergrundinformationen und mathematischen Berechnungen. Dabei können Sie sozusagen nur von der Vergangenheit linear in die Zukunft weiterdenken. Großereignisse wie zum Beispiel Revolutionen, Naturkatastrophen oder Finanzmarktkrisen können in solchen Berechnungen natürlich keinen Niederschlag finden.
Und so sehen die Prognosen der Experten für an der LME gehandelte Kupferkathoden aus:
Momentan stehen wir bei zirka 5950,-- Euro pro Tonne. Das könnte für das erste Halbjahr bereits den Höchststand markieren. Mit großen Preisschwankungen ist in den nächsten Monaten nicht zu rechnen. Bis Juni 2012 sollte der Preis nicht unter 5900,-- Euro fallen.
Ganz Mutige schauen sogar schon weiter: sie gehen für 2013 von einem durchschnittlichen Preis um die 5950,-- Euro aus und erwarten einen leichten Rückgang für 2014. Da sollte sich die Kupfernotierung um die 5900,-- bewegen. So weit vorausblickende Angaben kann man wahrscheinlich wirklich nicht ohne Hilfestellung der Kristallkugel wagen. Oder konnte man zu Silvester den zukünftigen Kupferkurs beim Bleigießen in Erfahrung bringen?
Kurz zusammengefasst: recht stabiler Preise für die nächsten Monate – so die Analysten.
Wir sind hier für den Euroraum nicht so sicher: der Dollarkurs ist mit einem großen Fragezeichen zu versehen und erst eine Lösung der momentanen Währungskrisen wird eine neue Richtung vorgeben.
Alles in Bewegung
Nach wie vor ist die Richtung der Rohstoffpreise – insbesondere des Kupferpreises – unklar. Kupfer ist, wenn man den Einfluss von Spekulanten und Investoren beiseite lässt, ein gutes Indiz für die wirtschaftliche Situation: die Stimmung ist derzeit eingetrübt und so ist auch Kupfer deutlich billiger geworden.
Nachrichten von der Verschuldung einzelner Länder werden als Hiobsbotschaft aufgefasst. Kaum jedoch wird eine Unterstützung für ein Land in Aussicht gestellt, steigen die Preise sofort wieder an.
In Wirklichkeit ändert sich an der Situation nichts: die Schulden bleiben gleich, werden aber umbenannt. Der Schuldennachlass für Griechenland mindert die Forderungen der Banken und Kreditgeberländer. Ein „Rettungsschirm“ mit einem Hebel ändert auch nichts an den nackten Zahlen, allein die Stimmung ändert sich und mit ihr schwanken die Preise mit starken Ausschlägen.
Was bisher wenig beachtet wird ist ein Ansteigen der chinesischen Nachfrage. Dort scheint sich die Konjunktur wieder zu beleben.
Eine Prognose über die Preisentwicklung zu stellen ist dann besonders schwer, wenn sie –nach Karl Valentin gesagt – die Zukunft betreffen soll.
A la longue werden die Preise der Rohstoffe auf hohem Niveau sein, da einerseits die Förderquellen weniger werden und andererseits der Verbrauch in den aufstrebenden Ländern weiter steigen wird.
Der Markt spielt verrückt
Der Preisverfall in der Woche von 19. bis 23.9 2011 war beeindruckend, es war der schlimmste Preiseinbruch seit Herbst 2008. Allein am 23.9 verminderte sich der Wert der in den LME-Lagerhäusern lagernden Metalle um mehr als € 750 Mio.
Am (Finanz)Markt herrscht große Unsicherheit. Man wartet nicht nur gebannt auf eine Entscheidung der Europäischen Regierungen in der Euro-Krise, vor allem was mit dem hoffnungslos verschuldeten Griechenland passieren wird. Man muss aber darüber hinaus auch noch sehr widersprüchliche Informationen richtig interpretieren: so warnt die FED (Amerikanische Notenbank) vor signifikanten Risiken eines Konjunktureinbruchs, obwohl die Wirtschaftszahlen gar nicht so schlecht sind.
Das zusammen mit den Europäischen Unsicherheiten versetzte die Investoren in Panik und eine massive Bewegung nach unten setzte ein. Computerisierte Stop-Loss- Orders ( automatische Verkaufsorder bei Kursverfall) lösten immer weitere Verkäufe aus.
Die Preise fielen am Montag 26.9. in der Früh weiter, um ab Mittag wieder kräftig zu steigen.
Wenn sich nicht bald eine Lösung der griechischen Tragödie ergibt sind natürlich die Wirtschaftsaussichten und damit auch die Rohstoffpreise in Gefahr, wobei vor allem Kupfer als Leitmetall am meisten leiden könnte.
Auf der anderen Seite sieht es fundamental nach wie vor recht solide aus. Experten rechnen für die nächsten 12 Monate bei Kupfer mit einem Preisband zwischen 6.250 und 10.000 US$ per Tonne. Selbst wenn sich das Wachstum in China verlangsamt, bleibt es doch nach wie vor ein Wachstum, verbunden mit einem erhöhten Bedarf an Rohstoffen.
Eigenbericht, 29.08.2011
Was bringt der Herbst 2011?
Edelstahl
In Europa ist mit einem langsamen Rückgang der Edelstahlproduktion zu rechnen, während in Fernost – vor allem in China – die Mengen stetig steigen.
Die chinesischen Stahlwerke setzen bei der Produktion von Edelstahl zu einem großen Teil Pig Iron (Erz mit einem niedrigen Nickelgehalt) ein. Daher benötigt China weniger Schrott als Europa oder die anderen asiatischen Länder, die mit einem höheren Einsatz von Edelstahlschrott arbeiten.
Japan fällt als Schrottexporteur beinahe aus da bei einigen Exporten radioaktiv kontaminiertes Material gefunden wurde und es deswegen kaum mehr Käufer für japanischen Schrott gibt.
Bis jetzt ist die Welt-Edelstahlproduktion um 5% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Für den Rest des Jahres rechnet man jedoch mit einem Rückgang des Verbrauchs.
Wir erwarten keine großen Veränderungen.
Kupfer
Kupfer ist das hypersensible Rennpferd unter den Metallen und reagiert daher auch hypernervös
auf jegliche Wirtschaftsnachrichten. Die Unsicherheit hält an: einerseits bereiten die europäischen Problemländer nach wie vor Unbehagen andererseits sind die US-Daten sind etwas besser als von Pessimisten erwartet. Somit rechnen wir beim Kupfer mit einem sehr bewegten Herbst, mit summa summarum gleichbleibendem Preisniveau, auch wenn das Pferd zwischendurch einmal lahmt.
Aluminium
Der Rückgang der Alu-Preise scheint gebremst, obwohl die Lagerbestände in den letzten 12 Monaten um zirka 15% zugenommen haben. Auch hier gehen wir von relativ stabilen Preis für die restlichen Monate des Jahres aus.
Stahlschrott
Die derzeitigen Preise dürften sich in der nächsten Zeit kaum verändern.
Expertenprognosen
Weltweit wurden Rohstoffanalysten von 20 verschiedenen Großbanken gebeten, ihre Einschätzungen über die Entwicklung der wichtigsten Basismetalle abzugeben.
Der Durchschnitt der Ergebnisse ist in der untenstehenden Tabelle zusammengefasst.
Kupfer und die Währungskrise
Die wirtschaftlichen Unruheherde haben in den letzten Tagen die Rohstoffpreise auf- und abhüpfen lassen. Wenn die Meinung vorherrscht dass Griechenland, Italien & Co ungelöste Finanzprobleme haben, fliehen Fondsmanager aus Anleihen und sichern ihr Portfolio mit Rohstoffen ab. So hat die (vorübergehende) Lösung der Probleme Griechenlands die Kurse wieder talwärts geschickt.
Wir haben das Gefühl, dass alle Marktteilnehmer sehr nervös sind. Auf jede neue Meldung – egal ob es die europäische und die amerikanische Finanzkrise betrifft - wird mit hysterischen Ver- oder Ankäufen reagiert.
Außerhalb des Finanzmarktes deuten aber die fundamentalen Daten auf einen weiterhin hohen Kupferpreis.
China hat weitere Schritte gegen die Inflation gesetzt und ein Rückgang seines Rohstoffbedarfs ist deshalb denkbar. Auch wenn es seine Wirtschaft bremst, ist diese im ersten Halbjahr doch um mehr als 9,5% gewachsen.
In den letzten Wochen war ein verminderter Kupferbedarf bemerkbar. Man geht davon aus , dass vor dem Sommer noch hohe Lagerbestände abgebaut wurden. Zugleich rechnet man aber schon wieder für das 3. Quartal mit einem saisonal bedingten höheren Kupferverbrauch.
Generell wird derzeit weltweit weniger Kupfer produziert als benötigt. Dieser Umstand allein sollte schon den Kupferpreis auf hohem Niveau halten.
Darüber hinaus erwarten wir, dass die Finanzmärkte weiterhin in Rohstoffe investieren werden. Zumindest so lange bis andere Anlagemöglichkeiten höhere Erträge versprechen. Doch solche Möglichkeiten sehen wir derzeit nicht. Und somit sollte auch der Finanzmarkt für einen hohen Kupferpreis sorgen.
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Ende des Goldrausches?
Jahrzehntelang wurden all jene belächelt die in Gold investiert haben. Wie bei fast allen Commodities kommt irgendwann der Zeitpunkt wo die Preise extrem steigen. Dafür braucht man allerdings Geld, gute Nerven und einen langen Atem.
Jetzt sind die Goldpreise etwa 41-mal so hoch wie 1970. Selbst wenn man die Teuerung
berücksichtigt, ist heute Gold in Österreich 8,5 Mal so teuer wie vor 40 Jahren.
Die Analysten meinen, dass Gold in etwa einem Jahr zu fallen beginnen und innerhalb von 3 Jahren zirka 25% an Wert verlieren wird.
Gold gilt seit je her als Schutz gegen Inflation – eine alte Weisheit besagt dass man zu je einem Drittel in Grund und Boden, in Bargeld und in Gold anlegen soll.
Im Jahre 2010 betrug die Goldnachfrage 3.812 Tonnen, was einem Wert von 43,7 Milliarden Dollar entspricht. Die Minenförderung dagegen deckte mit 2.672 Tonnen nur 70% der Nachfrage. Das meiste Gold wird allerdings nicht verbraucht, sondern gehortet oder recycelt.
Die Lage der Weltwirtschaft scheint sich zwar zu verbessern aber die Aussichten der überschuldeten Länder – allen voran der USA – sind eher negativ zu beurteilen. Das spricht dafür dass Gold als bessere Anlage als Staatspapiere zu sehen ist.
Vergessen wir nicht: Gold kann zwar empfindlich fallen, aber wertlos wird es nie sein.
Hat der Abstieg schon begonnen?
In Europas wird weniger Edelstahl benötigt. Die Lager sind voll, die Preise geraten unter Druck und dürften in der nächsten Zeit weiter nachgeben.
Eine ähnliche Situation könnt sich auch bei Aluminium abzeichnen, während Zink nach wie vor gefragt ist.
Die Eisenpreise sind international leicht gestiegen.
Unserer Einschätzung nach dürfte sich das Preisniveau bei allen Metallen bis September halten oder leicht nachgeben.
Im Herbst wird sich zeigen ob die Konjunktur wirklich nachlässt oder ob es sich nur um die üblichen sommerlichen Verbilligungen bei den Metallen handelt.
Streik in der Kupfermine
Ein Streik von mehr als 10.000 chilenischen Minenarbeitern in der viertgrößten Kupfermine der Welt hat das Angebot um etwa 3% verknappt. Eigentlich sollte dadurch der Kupferpreis steigen.
Jedoch ist der Dollar - bedingt durch schwächere Konjunkturdaten und höhere Arbeitslosenzahlen als erwartet - gefallen.
Das wirkt sich auf die in Dollar gehandelten Metalle aus: einerseits wird in Dollar gehandelte Ware in Euro billiger, andrerseits kaufen Anleger Rohstoffe als Absicherung gegen die Dollarschwäche.
Was weiß Glencore was wir nicht wissen?
Der weltgrößte Rohstoffhändler, die Firma Glencore, will Kapital am Aktienmarkt aufnehmen. Glencore ist eine geheimnisumwitterte Privatfirma, die bis jetzt keinerlei Zahlen veröffentlicht hat. Sie hat namhafte Beteiligungen an Minenunternehmen und mischt kräftig im Rohstoffgeschäft, inklusive Öl und Nahrungsmitteln mit. Durch ihre Größe und Macht können einzelne Aktivitäten von Glencore am Markt preisbestimmend wirken. 
Wir stellen uns die Frage warum Glencore Kapital aufnimmt. Erwartet die Firma, dass die Rohstoffe noch knapper werden und braucht daher Geld um weitere Minen und Hüttenbetriebe zu kaufen? Oder geht Glencore davon aus, dass die Rohstoffhausse vorbei ist und daher jetzt der beste Zeitpunkt Aktien aufzulegen? Unter keinen Umständen bedeutet das jedoch gleichbleibende Rohstoffpreise!
Kupfer heuer um 14% gefallen!
Der Preis für das Leitmetall Kupfer ist seit Ende 2010 um 13,7 gesunken.
In Dollar ist Kupfer bloß um 4% billiger geworden, also ein nicht sehr dramatischer Rückgang.
Der Dollar selbst ist jedoch gegenüber dem Euro seit Jahresende um mehr als 10% gefallen.
Durch die atomare Katastrophe in Japan kommt es zu Lieferschwierigkeiten bei japanischen Bauteilen. Die Industrieproduktion wurde weltweit in Mitleidenschaft gezogen, vor allem die Automobilproduktion musste zurückgefahren werden. Und damit ging auch der Kupferbedarf zurück.
Die momentan in den USA herrschenden Unwetter verzögern dort darüber hinaus die Versorgung der Industrie mit Rohstoffen, da viele Schiffstransporte wegen der Hochwässer auf den Flüssen sistiert sind.
Es wird fieberhaft daran gearbeitet die Produktion der benötigten japanischen Bauteile wieder hochzufahren oder sie in andere Regionen auszulagern, was nicht mehr sehr lange dauern sollte.
Wir sehen die Verbilligung der Rohstoffpreise daher als nur eine vorübergehende. Die Wirtschaft läuft weltweit recht gut und die herrschende Nachfrage will befriedigt werden.
Kupfer unauffällig auf hohem Niveau
Nach einem Höhenflug am Beginn des Jahres hat sich der Kupferpreis zwischen 9000 und 10.000 US-Dollar eingependelt.